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Chroniken von 19. Döbling

Geographie

19. Döbling
19. Döbling
Fläche: 24.9km²
Einwohner: 67.176 (per 31.12.2005)

Döbling wurde aus mehreren, früher selbständigen Gemeinden gebildet. Dies sind: Grinzing, Heiligenstadt, Josefsdorf, Kahlenbergerdorf, Neustift am Walde, Nußdorf, Oberdöbling, Salmannsdorf, Sievering, Unterdöbling

Geschichte/Chronik

  Besiedlung bereits um 3000 vor Chr
  Römische Funde: Steinbruch, Arbeitersiedlung, Weinbau, Friedhof
12. Jhdt erste Erwähung der Dörfer Unterdöbling, Oberdöbling, Heiligenstadt, Nußdorf, Sievering, das Kahlenbergerdorf, Josefsdorf, Salmannsdorf und Neustift am Walde
1482 Der ungarische König belagter Wien un plündert die Dörfer um Wien, so auch in Döbling
1529 Während der Erste Wiener Türkenbelagerung wurden die Dörfer geplündert und viele Bewohner getötet oder versklavt
1679 die Pest rafft viele Bewohner hinweg
1683 Plünderungen während der Zweiten Wiener Türkenbelagerung. Dann die Schlacht am Kahlenberg, wo die Türken besiegt wurden
1713 zweite Pestwelle mit vielen Toten
ab 1800 Gründung von Betrieben der Textil-, Leder- und Chemieindustrie
1805-1809 Plünderungen durch Napoleons Truppen
1856 Gasversorgung beginnt
1874 Eröffnung der Zahnradbahn auf den Kahlenberg
1892 Eingemeindungen der Vororte zum 19. Bezirk: Teile von Grinzing, Heiligenstadt, Josefsdorf, das Kahlenbergerdorf (mit Ausnahme des nördlichen Teils des Berges, der zu Klosterneuburg kam), Oberdöbling, Nussdorf, Sievering, Unterdöbling, Teile von Weidling (Fischerhaus, Jägerwiese, Schutzhaus Hermannskogel)
bis 1895 wurde die Kanalisierung der Döblinger Bäche abgeschlossen
1896 wurde die spätere Universität für Bodenkultur Wien am Linnéplatz eröffnet
1869 Oberdöbling wurde durch die fünfte Linie der Wiener Pferdetramway an Wien angebunden
1916 Eröffnung der Exportakademie in der Franz-Klein-Gasse an, die 1919 zur Hochschule für Welthandel (heute: Wirtschaftsuniversität Wien) umgewandelt wurde
1920er massiver Bau von Gemeindewohnungen. Das größtes und bekanntestes Projekt war der Karl-Marx-Hof
1935 Beginn des Baus der Höhenstraße
1944 Bombardierungen durch die Aliierten zerstörten 12 % der Wohnungen im Bezirk, insbesondere beim Bahnhof Heiligenstadt
1945 Besetzung durch sowjetische Truppen
1963 Fertigstellung des Pressehauses in der Muthgasse (Sitz der Kronen Zeitung)
1976 Eröffnung der U-Bahnlinie U4 nach Heiligenstadt
1985 Eröffnung der Schnellbahnlinie S45 Heiligenstadt - Hütteldorf

Der Sieveringer Sagenkreis um Karl und Agnes


I. [Version]
Da, wo heute Sievering liegt, lebte einst eine Fee namens Agnes. Im Winter hielt sie sich in einem Palaste auf, dessen Eingang bei der steinernen Wand außerhalb Sieverings, am Fuße des "Himmels", gewesen sein soll. Im Sommer aber schlief sie oft unter freiem Himmel oder hielt sich in hohen Bäumen auf. Einst kam der König von Schweden in diese Gegend, um einer großen Jagd beizuwohnen. Als er ein Reh verfolgte, verirrte er sich bis auf die hochliegende Jägerwiese. Der Gang hatte ihn ermüdet und so zog er im Walde seinen Harnisch aus und hängte ihn an einen Baum; dann legte er sich im Gras nieder, um die Nacht hier zuzubringen. Kaum war er eingeschlafen, so hörte er seinen Namen rufen: "Karl, schläfst du?" Erstaunt sah er an seiner Seite eine wunderliebe Frau und nicht weit davon hörte er eine Quelle hervorsprudeln. Agnes blieb bei dem Jäger und zeigte ihm dann bei Tagesanbruch den Weg zu seinen Gefährten. Seit dieser Zeit ist der König von Schweden nie mehr in jener Gegend gesehen worden; manchmal aber hört man Lärm in den Gebirgen, ein Rollen und Rasseln, und dann sagen die Leute, Karl fahre mit seinen geflügelten Rossen. Die Quelle aber, an der beide saßen, heißt seit jener Zeit das "Agnesbründl".

Einige Zeit nach dieser Begebenheit gebar die Fee ein Mädchen; sie wußte aber nicht, wo sie das Kind unterbringen sollte. Da fiel ihr ein, daß in der Nähe ein Köhler wohne, der täglich aus einem Brunnen im Walde das Wasser hole. Sie legte deshalb das Kind in einen Korb und wickelte in ein Papier zwanzig Goldstücke. Darauf schrieb sie: "Das Kind heißt Agnes. Nehmt es an und zieht es auf, und alle 14 Tage sollt Ihr an dieser Stelle das nötige Geld finden." Als der Köhler das Kind so allein da liegen sah, erbarmte er sich und trug es nach Hause. Die Köhlerin wollte anfangs nicht einwilligen, als sie aber den Zettel las und das Gold darin fand, freute sie sich über das Begebnis. Die Köhlersleute hatten einen Knaben, der Karl hieß, und beide Kinder wuchsen nun nebeneinander auf, und mit den Jahren wuchs auch ihre Liebe zueinander.

Die Fee sah dieses Verhältnis gern und wollte den künftigen Gemahl ihrer Tochter zu hohen Ehren bringen. Sie befahl ihm daher, auf die Jägerwiese zu gehen; dort werde er einen Harnisch finden, den der Schwedenkönig an einen Baum gehängt habe. Den Harnisch solle er umlegen und so gerüstet in das Lager der Türken ziehen, deren Vorposten niederhauen und ihren Obersten zum Zweikampfe auffordern. Er solle auch trachten, den Helm des Türkenführers zu bekommen, da darin dessen schriftliche Befehle und Nachrichten aufbewahrt seien.
Karl nahm Abschied von Agnes, begab sich in das Türkenlager und tat alles, wie ihm die Fee geraten hatte. Alsdann eilte er mit guten Nachrichten nach Wien, und der Kaiser verlieh ihm eine hohe Stelle im österreichischen Heere. Unterdessen hatte die Fee ihrer Tochter einen Palast bei Sievering errichtet. Karl hatte aber in Wien eine andere Bekanntschaft ("mit einer Hofdame") gemacht, und als er einst in den Wald kam, um die Seinigen zu besuchen, leugnete er es. Da öffnete sich die Erde und mit furchtbarem Getöse sank der Palast in den Abgrund. Agnes und Karl aber sind verwunschen, umherzuwandeln bis zum Jüngsten Tage, und zwar er in Schuld, sie in Unschuld. Täglich erscheint auf der Jägerwiese ein geharnischter schwarzer Mann, der um 12 Uhr mittags und 12 Uhr nachts aus einem Baum herabsteigt. Andere haben ihn in anderer Gestalt gesehen.

II. [Version]
Wo sich jetzt das Brünnlein befindet, stand vor Zeiten eine mächtige Eiche, die eines Tages ein Kohlenbrenner umhauen wollte. Da vernahm er hinter sich einen Laut wie von einem Kinde. Er sah sich um und erblickte ein kleines, wunderschönes Mädchen. Das nahm er zum großen Ärger seines Weibes mit nach Hause und erzog es neben seinem Karl. Mit dem Findling war auch Glück in das Haus gekommen, denn alle Kohlen, die das wunderbare Mädchen berührte, verwandelten sich in lauteres Gold. Der Köhler baute nun neben jener Eiche eine Kirche und ein prachtvolles Schloß.

Karl und Agnes wuchsen aus und liebten sich täglich mehr, als plötzlich ein Krieg ausbrach und Karl mitziehen mußte. Nach Jahren kam er heim, reich an Ehren und Würden, und als er so vornehm gekleidet in das Zimmer trat, rief Agnes:
"Wenn das der Karl ist, so will ich verdammt sein".
Kaum waren diese Worte ausgesprochen, als das Schloß mit allem, was darin war, in die Tiefe sank. Nur das Brünndl bezeichnet noch die verhängnisvolle Stätte. Karl und Agnes finden seitdem nimmer Rast und Ruhe. Zuweilen erscheinen sie im Walde und teilen Gaben an die Armen aus.

III. [Version]
Auf der Agneswiese, so heißt ein Teil der großen Jägerwiese, stand einst eine stattliche Ritterburg, die von dem Burgfräulein Agnes und ihrer Muhme, einer Zauberin, bewohnt wurde. Diese sah das Verhältnis zu dem gemeinen Köhlersohne Karl nicht gerne. Darum verfluchte sie ihre Nichte und verzauberte die ganze Gegend. Die Ritterburg verschwand in das Innere der Erde. Karl und Agnes müssen so lange auf der Oberwelt umherwandeln, bis sie einer erlöst. Aber auch die alte Zauberin muß auf der Erde als Drache hausen, bis sie erlöst wird.

Auf einem Kreuzweg sieht man um Mitternacht die Ritterburg erleuchtet, und Karl und Agnes sind sichtbar. Bis auf dem Platze, wo ehemals die Burg stand, zehnmal Wald und zehnmal Wiese gewesen ist, dann sind Karl und Agnes erlöst und die Burg kommt zum Vorschein.

IV. [Version]
Ein alter Köhler, der einen Baum fällen wollte, verschonte ihn darum, weil er noch so schön war. Da trat eine weißgekleidete Frau zu ihm und sagte:
"Weil du mich verschont hast, so will ich dir dankbar sein. Geh jetzt nach Hause und was dir Sonderbares auf dem Wege begegnet, das nimm mit!"
Darauf verschwand die weiße Frau, und kaum war er zehn Schritte gegangen, so vernahm er im Gebüsch das Schreien eines Kindes. Er nahm dieses mit und eilte nach Hause. In der Nacht erschien ihm im Traum die weiße Frau und beschied ihn zu jenem Baume im Walde. Da die Frau des Köhlers denselben Traum hatte, so machten sich beide des Morgens auf den Weg und nahmen das Kind samt ihrem Karl mit. Dort erfuhren sie von der weißen Frau, daß das Kind Agnes heiße; sie bat sie, man möge es sorgfältig erziehen, dann werde es ihr Glück sein.

Als Karl erwachsen war, erschien ihm die weiße Frau und sagte:

"Mein Karl, du mußt nach Wien, und zwar morgen schon; die Stadt ist belagert, und du sollst zu ihrer Rettung beitragen!"
Dann übergab sie ihm ein Pferd. Schwert und Rüstung. Als er auf Wien zuritt, begegneten ihm 300 andere Reiter, die er mit sich nahm. Nach vielen ritterlichen Taten kehrten sie nach Sievering zurück, doch vor dem Dorfe verschwanden plötzlich seine Gefährten. Karl ritt in den Wald und legte Schwert und Rüstung bei dem Baume nieder; sein Pferd aber verschwand.

Wenn man sich auf der Agneswiese auf das rechte Ohr legt, so hört man die 300 Ritter, von Karl befehligt, üben. Der Baum ist vom Blitz vernichtet worden, er stand in der kleinen Grube, die jetzt das Brünndl bildet. Auf den Steinchen darin oder auch im Schlamme sieht man Nummern; diese bringen Glück in der Lotterie. Hat man das Glück, die Agnes zu sehen und zu sprechen, so kann man freilich die sichersten Treffnummern erfahren.

VI. [Version]
Ein armer Mann hatte alle Eigenschaften, um Karl und Agnes zu erlösen. Am St. Johannistag ging er zufällig über die Agneswiese. Als er gerade durch das Gebüsch kam, das die Agneswiese von der Karlswiese - beide bilden die Jägerwiese - scheidet, trat ihm ein seltsamer Jägersmann entgegen, der sich als "Kohlenbrenner-Karl" zu erkennen gab und ihn bat, er möge ihn doch erlösen. Er bestellte ihn auf künftigen Freitag an jene Stelle; um zwölf Uhr werde ihm ein feuerschnaubender Drache entgegenkommen, der einen Schlüsselbund im Rachen habe. Diesen Schlüsselbund solle er dem Drachen entreißen und die Erlösung sei vollbracht.

Wirklich war der Mann am Karfreitag schon um acht Uhr abends an Ort und Stelle. Um zwölf Uhr erhellte ein ungeheurer Lichtschein den Wald, zugleich sah er ein prächtiges Schloß festlich erleuchtet. Es faßte ihn aber ein gewaltiger Schrecken, als er den feuersprühenden Drachen mit dem Schlüsselbund im Nachen erblickte, und als er näher kam, sank der Mann ohnmächtig zu Boden. So blieb er liegen bis zum Morgen, und als er zu sich kam, war alles verschwunden. In einigen Tagen starb er aber.

VII. [Version]
Auf der Jägerwiese, behaupten die Leute, könne man die Geister durch Gebete und gewisse Sprüche bannen; namentlich sollen dies die Jesuiten können, und sie sollen auch zweimal mit dem Kaiser Joseph dort gewesen sein und ihre Kunst ausgeübt haben. Kaiser Joseph hat die Geister ein drittes Mal beschwören lassen, aber sie waren ihm schon das zweite Mal feurig erschienen und diesmal warnten sie ihn, er solle sie ja nicht mehr rufen lassen, sonst werde er noch den Tod finden.

VIII. [Version]
Karl sieht man mehr aus weißem als schwarzem "feueratmendem" Rosse reiten. Nach ihm ist die Jägerwiese benannt, weil man ihn mit seinem Gefolge auf der Wiese oft jagen gesehen hat. Einst ging eine Frau dorthin und nahm eine Woche lang nichts als Wasser und Brot zu sich. Täglich kam eine Nachbarin und brachte ihr Brot. Am achten Tag bat sie diese, dazubleiben; sie werde nachts 12 Uhr einen Mann kommen sehen mit einem breiten Hut auf dem Kopfe, mit kurzen Hosen, langen weißen Strümpfen, Schuhen mit silbernen Schnallen und den weiten Rock um die Achsel gehängt; der werde sie um Wasser bitten; sie solle es geben und ihn dann um eine Gabe ansprechen. Bebend erwarteten beide die Stunde. Da vernahmen sie ein immer stärker werdendes Geräusch, der Himmel ward rot und der Mann stand in der beschriebenen Kleidung vor ihnen. Und als die Nachbarin für das Glas Wasser ihn um eine Gabe bat, hieß er sie mitgehen. Mit einer an einem Baum lehnenden Schaufel füllte er ihr drei Schaufeln voll Kohlen in die Schürze und verschwand. Zitternd lief sie zu ihrer Gefährtin, unterwegs aber fingen die Kohlen Feuer und sie ließ sie alle zu Boden fallen. Als sie sich erholt hatte, suchte sie nach den Kohlen und fand drei Goldstücke.

IX. [Version]
Da, wo jetzt Untersievring ist, befand sich vor Zeiten ein großer Urwald und darin eine Jägerhütte. Der Jäger schickte einst seinen Burschen auf den Anstand; dieser kam auf die Jägerwiese und stellte sich hinter einen Baum. Da sah er spät in der Nacht eine Prozession von lauter weißen Frauen; nur eine, die in der Mitte ging, war schwarz gekleidet und trug in der linken Hand ein weißes Sacktuch. Alle trugen brennende Fackeln, nur die mittlere eine abgebrochene Kerze in der rechten Hand. Als der Zug an dem Baum vorüber kam, ging die Schwarze auf den Jägerburschen zu und winkte ihm, zu folgen. Sie nahm ihn mit über Wiesen, Berge und Täler und endlich kamen sie vor ein schönes Kristallschloß, dessen goldene Tore versperrt waren. Auf einiges Murmeln der Schwarzen, die jetzt aus der Reihe hervorgetreten war, sprang die Tür auf und beide gingen hinein. Der Bursche blieb vor Staunen und Schrecken ganz sprachlos. Als sie eine gläserne Treppe hinaufgestiegen waren, zeigte ihm die Führerin eine Tür und verschwand. Der Bursche trat ein, kam in eine Küche und wärmte sich am Feuer. Da der ganze Palast schimmerte, so wußte er nicht, ob es Tag oder Nacht war. Plötzlich öffnete sich die Tür und es trat ein schwarz gekleidetes Männlein herein, das einen Hut mit sehr breiten Krämpen, rundherum mit silbernen Borten besetzt, trug. Am Hut hing eine silberne Quaste;
die Hose reichte nur bis an die Knie. Außerdem hatte es ein kurzes Wams an, rote Strümpfe und Schuhe mit silbernen Schnallen. Das Männlein sah dem Jägerburschen ins Gesicht und entfernte sich dann mit sonderbaren Mienen, ohne ein Wort zu sprechen. Dem Burschen wurde immer unheimlicher zumute; er wollte sich entfernen, fand aber keinen Ausweg. Plötzlich brach ein furchtbares Getöse aus, das das Schloß in seinen Grundfesten erschütterte. Auf einmal stand seine Begleiterin vor ihm und verlangte seine Weidtasche, mit der sie sich entfernte. Nun suchte er in seiner Todesangst überall Ausgänge. Da verschwand plötzlich das Schloß und er befand sich ganz allein auf der Jägerwiese, wo die Weidtasche auf dem Boden lag. Er hob sie rasch auf und eilte nach Hause. Dort wunderte man sich, daß er ein volles Jahr ausgeblieben war. Der Herr hatte bereits einen anderen Jägerburschen angenommen. Der Zurückgekehrte gab darum seine Weidtasche zurück, und als der Herr sie öffnete, war sie mit Goldstücken ganz angefüllt. Der Bursche erzählte nun alles, was ihm begegnet war. Als er aber den Herrn auf den Platz führte, wo er die schwarze Frau gesehen, wollte der Jäger auf den Burschen losdrücken, die Kugel kehrte sich aber um und traf den Jäger. An dieser Stelle der Jägerwiese soll damals ein Kreuz errichtet worden sein.

X. [Version]
Als einst ein frommer Jägerbursche im Wald jagte, bemerkte er auf der Jägerwiese einen langen Zug Wallfahrer. Er schloß sich ihnen an und sie gelangten zu einer geheimen Tür, durch die alle eintraten. In der unterirdischen Gegend befand sich ein prächtiges Schloß; alle Andächtigen zerstreuten sich in ihre Wohnungen daneben. Der Bursche aber folgte einer lieblichen Frau in das Schloß. Nach einigen Tagen sah er die stillen Bewohner sich wieder zu einer Wallfahrt sammeln. Um wieder auf die Oberwelt zu kommen, nahm er Abschied von seiner Beschützerin. Vorher aber füllte sie seine Weidtasche mit Kohlen. Oben verschwanden die Wallfahrer vor seinen Augen. Während er, unter einem Baum ruhend, seine schwere Tasche untersuchte, in der er Gold fand, weckte ihn der Förster mit einem derben Schlag aus seinen Betrachtungen.
"Warum hast du dich" fragte sein Herr, "seit drei Jahren aus meinem Dienst begeben?"
Der Bursche, der höchstens eine Woche fortgewesen zu sein glaubte, erzählte das Vorgefallene und bot dem Herrn die Hälfte der Goldstücke an. Damit nicht zufrieden, erschoß dieser den armen Burschen. Als er aber zu Hause nichts als Kohlen fand, erschoß er sich selbst. Der Baum, unter dem dies geschah, starb ab und die Leute sollen aus seinem Holze jene Jägersäule errichtet haben, die noch auf der Jägerwiese steht.

XI. [Version]
Der Kohlenbrenner, "der durch die Agnes so reich geworden war", ließ nördlich von der Jägerwiese bei dem "Geisterbrünndl" eine Kapelle - nach andern eine Kirche - bauen, die aber, als die Gegend verzaubert wurde, ebenfalls in die Erde sank. Viele Jahre nachher jagte dort Karls Jäger und schoß einen Hasen an. Als er den Hasen in die Weidtasche gesteckt hatte, stand auf einmal die verschwundene Kirche mit weit geöffneten Toren vor ihm. Neugierig trat er hinein und die Tore schlossen sich wieder. Bald darauf sah er die schöne Agnes und Karl mit vielen reich gekleideten Dienern eintreten und dem Gottesdienst beiwohnen. Als dieser beendet war, ging der Jäger hinaus, und im Glauben, höchstens eine Stunde in der Kirche zugebracht zu haben, eilte er nach Hause. Hier wollte man nichts mehr von ihm wissen, weil er ein ganzes Jahr - nach andern neun Jahre - abwesend gewesen sei. Er erzählte, daß er kaum eine Stunde in der Kirche zugebracht habe, und zog seinen Hasen hervor, der noch warm war. Der Jäger betrachtete diesen genauer und fand ihn schwer mit Gold gefüllt. Er schenkte dem Burschen keinen Glauben, darum führte ihn dieser an die Stelle, wo die Kirche war. Der Jäger sah aber keine Kirche mehr, und als er seine Flinte auf den Burschen abschoß, sank er selbst tot zu Boden.

XII. [Version]
Meine Großmutter, erzählte eine Frau aus der Sieveringer Gegend, ging einst mit meiner Mutter, die damals noch ein Kind war, auf die Jägerwiese und sie legten sich zu der Jägersäule. Sie befanden sich in großer Not und im stillen hoffte die Großmutter, es werde ihnen die Agnes erscheinen und ihnen helfen. Die Mutter schlief bald ein, während die Großmutter weinend die zwölfte Stunde erwartete. Da sah sie plötzlich auf der Anhöhe der Jägerwiese aus dem dunklen Wald einen ungeheuren Reiter herauskommen, dessen riesiges Pferd ein Schimmel war, der wie die Sonne leuchtete und den finsteren Wald ringsum mit mächtigem Licht erfüllte. Lautlos sprengte er in drei Absätzen die Anhöhe der Jägerwiese herab. Als der Reiter die Frau erblickte, fragte er, was sie hier zu suchen habe.
"Holz", antwortete erschrocken die Großmutter.
"So nehmt dieses da mit nach Hause; es ist viel besser als anderes."
Die Großmutter folgte dem Befehle, nahm aber wenig davon, weil das Holz verfault schien und leuchtete. Während sie sich bückte, war der riesige Schimmelreiter verschwunden. Meine Großmutter nahm nun meine Mutter schnell auf den Arm und kam schweißtriefend zu Hause an. Des andern Tages wollte sie das Stückchen Holz aus der Tasche nehmen, und siehe da, es war schweres Gold. Sie lief eiligst zurück, fand aber nichts mehr.

XIII. [Version]
Vor langen Jahren lebte ein Mann, der viel Nahrungssorgen hatte. Darum begab er sich nachts häufig auf die Jagd in die Wälder bei Sievering. Einst war ihm das Glück nicht günstig. Als er deshalb den Heimweg antreten wollte, ward er auf der Jägerwiese plötzlich von einem großen Lichtschimmer geblendet, der mitten aus dem Walde, der die Jägerwiese umgibt, hervorleuchtete. Betroffen blieb er stehen und dachte über die Ursache des Lichtes nach, das allmählich den ganzen Wald erhellte. Da sah er auf einmal ein weißes, glänzendes Pferd vor sich stehen, auf dem ein Riese saß. Vor Schreck konnte er sich nicht von der Stelle bewegen. Der Schimmelreiter fragte den Mann, was er hier suche, und der Wilddieb gestand ihm, daß der Hunger ihn zwinge, nachts hier zu jagen; diesmal habe er nichts geschossen. Kaum hatte er das gesprochen, als zwölf herrliche Hasen über die Wiese liefen. Der Schimmelreiter befahl ihm, auf die Hasen zu schießen. Der arme Mann weigerte sich, bis ihm der Reiter sein eigenes Gewehr überreichte, während die Hasen auf einer Stelle blieben, obgleich sie immer liefen. Das schwere Gewehr fiel dem Zitternden aus der Hand; um aber den Befehl des Schimmelreiters zu vollziehen, legte er sich darauf und drückte mühsam los. Es entstand ein furchtbarer Knall und alle zwölf Hasen lagen tot auf dem Boden. Als sich der Mann von seiner Betäubung erholt hatte, war der Reiter samt seinem Pferd verschwunden; nur die zwölf Hasen lagen noch da. Mit dieser Beute beladen, ging er nach Hause. Als er am anderen Morgen die Hasen untersuchte, fand er sie alle mit Gold angefüllt. Dies machte ihn zum reichsten Manne weit und breit.

XIV. [Version]
Einst wandelten zwei lebensfrohe Studenten zum Brünnlein hinauf und ein dritter schritt nachdenklich hinter ihnen her. Da begegnete ihnen ein Bursche, der einen Krug mit Wasser auf den Schultern trug, und sagte zu den beiden ersten:
"Ihr geht gewiß zum Brünnlein, um Nummern zu sehen?"
"Was geht's dich an?" polterten die Studenten und zogen weiter.
Dasselbe fragte der Bursche den dritten, der in einiger Entfernung traurig folgte.
"Ich möchte wohl", sagte er, "wenn das Glück mir günstig wäre."
Darauf setzte der Bursche seinen Krug ab, ließ den Studenten hineinsehen und sagte:
"Setze die Nummern, die du hier siehst."
Der Student tat es und gewann eine große Summe. Jener Bursche war niemand anderer als Karl, der das Glück derer gründet, denen er gewogen ist.

XV. [Version]
Nachdem das Schloß des "Burgherrn" Karl und seiner "Gemahlin" Agnes versunken war, pflegten Holzhauer um die Mittagszeit einen Buben mit einem Krug zu dem Brünnlein zu schicken. Da sah er einst eine Frau in weißem Gewande; die wusch ihr langes, schwarzes Haar im Brünnlein. Der Bube füllte dennoch seinen Krug und trank. Da fragte die Agnes, denn niemand anderer war es, ob es ihn nicht ekle. "O nein", sagte er und ging seines Weges. Als die Holzhauer tranken, war es guter Wein. Verwundert fragten sie, wo er den Wein her habe? Der Bub beteuerte, er habe Wasser geholt, und erzählte seine Begegnung mit der weißen Frau. Sie schickten nun den Buben abermals und er brachte wieder Wein, das drittemal aber Wasser. Nach dieser Begebenheit trug das Volk Wasser vom Brünnlein als Heilmittel für Augenkranke nach Hause.

XVI. [Version]
Es gingen einmal mehrere Personen miteinander zum Brünndl hinaus, um Nummern zu sehen. Bei dieser Gesellschaft waren zwei junge Eheleute, die ihr Kind, ein Mädchen von drei Jahren, bei sich hatten. Sie lagerten alle auf der Jägerwiese und waren fröhlich und guter Dinge. Auf einmal vermißte man das Kind. Man rief und suchte, aber alles war vergebens.

Untröstlich über den Verlust des Kindes, durchsuchten die Eltern drei Tage hindurch die ganze Waldung, und als sie am dritten Tage wieder auf die Jägerwiese kamen, lag das Kind ruhig im Grase und spielte. Auf Befragen der Eltern berichtete das Kind, es sei in einem wunderschönen Schlosse gewesen, wo es viele Reiter und Pferde und eine sehr schöne Frau gesehen habe. Die Frau sei sehr freundlich gewesen, habe es mit lauter Backwerk gespeist und mit Met getränkt und habe überdies die Säckchen des Kleides mit Zuckerwerk angefüllt. Man durchsuchte die Säckchen, und siehe - statt des Backwerks fand sich eine große Menge Goldes. Die schöne Frau, sagen die Leute, sei Agnes, die Geliebte Karls, und die vielen Reiter seien die Bewohner des versunkenen Schlosses gewesen.

XVII. [Version]
Die wohltätige Fee bezieht nachts ihr Kristallschloß unter der Erde; bei dem Brünnlein ist der Eingang dazu. Bei Tage unternimmt sie Ausflüge und tut allerlei Gutes. Ein Trottel von Sievering, den man zu den schwersten Arbeiten anhielt, wurde von ihr gelabt und unterstützt. Milchmädchen ist sie oft begegnet und hat sie beschenkt. Besonders häufig wird erzählt, daß Agnes verarmten Leuten Kräuter oder eine Schürze voll Kohlen, die dann zu Goldstücken wurden, gegeben oder ihnen Nummern im Brünnlein gezeigt habe, mit denen dann die Leute "einen Terno" gemacht hätten. Darum ziehen jetzt in der Agnesnacht ganze Scharen zum Jungfernbrünnlein, wo auch Agnesbilder ausgeteilt werden, die nach Aussage der alten Lotterieweiber "von den Glücklichen geopfert worden sind."

XVIII. [Version]
Die herumwandelnde Agnes ist in verschiedenen farbigen Kleidern gesehen worden, meist aber in weißer Kleidung. Oft wird sie auf einem Blätterwagen von Tauben gezogen, fährt bei hellem Sonnenschein durch die Lüfte und grüßt die Wandernden. Am häufigsten erscheint Agnes den Bittenden, indem sie ihnen auf die Schulter klopft und Kohlen austeilt. Sie sagt immer ihren Namen und fügt hinzu, man möge ihrer gedenken.
Einer Frau, die mit ihrer Tochter Waldmeister suchte, begegnete sie in schwarzem Gewande; sie hatte schwarze, herabhängende Haare und einen schwarzen Schleier. Sie winkte der Tochter, führte sie in eine mit blauen und weißen Sternen ausgemalte Hütte und hieß sie in die dort stehenden Fässer langen. Das Mädchen brachte aber nichts heraus, darum sagte die Agnes:
"Meine Tochter, du bist noch nicht ganz rein von Sünden."
Das Mädchen ging nach Hause, beichtete und erschien am folgenden Sonntag am bezeichneten Platze, aber die Agnes war nicht zu sehen.

XIX. [Version]
Ein Bauer wollte sich aus Lebensüberdruß auf der Jägerwiese erhängen. Da erschien ihm Agnes und fragte, was er vorhabe. Als er ihr seine Armut klagte, nahm sie ihn mit sich zu einer Falltür. Durch diese kamen sie zu einem unterirdischen Schlosse, wo ihm die Agnes einen Sack voll Kohlen gab. Er blieb einige Zeit bei ihr, und als er Abschied nahm, gab sie ihm ihr Bild mit den Worten:
"Bewahre dies auf, und wenn du je wieder auf trübe Gedanken kommen solltest, so betrachte es und erinnere dich meiner."
Am anderen Morgen wollte er die Kohlen verkaufen, fand aber blankes Gold. Damit baute er sich in Sievering ein stattliches Haus und das Bild der Agnes ließ er im Hofrande über den Eingang hängen. Spätere Besitzer, denen das Geläufe der Neugierigen unangenehm war, brachten das Bild auf den Dachboden. In der Nacht kehrte es aber immer wieder auf den alten Platz zurück.

XX. [Version]
Nach anderen Berichten hat ein Bauer aus Dankbarkeit gegen die Agnes in Sievering ein Bild von ihr anfertigen lassen und es in seinem Haus aufgestellt. An diesem Bild wollen die Leute auch Glücksnummern sehen. Einmal fragte Vernaleken eine Frau, die das Bild lange betrachtete und von Zeit zu Zeit Ziffern in ein Büchlein schrieb:
"Sehen Sie denn etwas?"
Darauf antwortete sie:
"Na, i sich grad nix, oba i moan halt, i sich's."

Einst sagte die Agnes als junges Mädchen einem Bauern, er solle das erste aufheben, was ihm auf dem Wege unterkomme. Er fand ein "Bein" (einen Knochen) und steckte es zu sich. Zu Hause fielen Dukaten heraus. Darum hat auf jenem Bilde die Agnes ein Bein in der Hand. Als die Dukaten bald zu Ende gingen, setzte sich jener Bauer auf einen Baumstumpf im Walde. Da erschienen ihm drei schwarze Mädchen, von denen das mittlere am kleinsten war und etwa fünfzehn Jahre alt schien. Diese bat ihn um einen Kreuzer, allein er wies sie ab und brach eine Rute. Auch um diese bat das Mädchen dreimal vergebens. Als das Mädchen verschwand, sah er sein Unrecht ein.
Der Lindwurm auf dem Kahlenberg
Ungefähr um das 12. Jahrhundert hauste auf dem Kahlenberg ein blutgieriger Lindwurm. Keiner wagte es, die Gegend von dem scheußlichen Ungeheuer zu erlösen. Der Lindwurm lag meist schlummernd oder blinzelnd vor seiner Höhle in der Sonne. Sobald sich in seiner Nähe ein Tier oder ein Mensch bemerkbar machte, schnaufte er witternd und fuhr im nächsten Augenblick blitzschnell auf seine Beute los. Hatte er Hunger, so brach er auch in Ställe ein oder überfiel zu nächtlicher Stunde Menschen, die arglos auf dem Heimweg waren. Man war sich darüber einig, dass das Scheusal vertilgt werden müsste. Es handelte sich nur darum, wie man das anstellen sollte.
Da kam ein beherzter Wiener auf einen guten Gedanken und besprach ihn mit einigen anderen mutigen Männern. Sie nagelten aus Brettern eine lange, schmale Kiste zusammen, die vorn und hinten offen war. Vorn aber war das Loch so eng, dass der Lindwurm nur den Kopf herausstecken konnte. Als das Untier sich in der Höhle verkrochen hatte, ließen die Männer von einer kleinen Anhöhe die Kiste an starken Stricken hinunter und ketteten sie genau vor dem Höhleneingang an starken Baumstämmen fest, sodass sie sich nicht verschieben ließ. Dann banden sie beim vorderen Ende ein Kälbchen als Köder an einen Baumstumpf. Es sollte durch sein Brüllen den Drachen aus der Höhle locken.
Die Männer warteten in einem sicheren Versteck. Es dauerte nicht lange, so witterte der Lindwurm das Kalb und fuhr blutgierig darauf los. Da er aber nur durch die Kiste ins Freie gelangen konnte, musste er hineinkriechen und blieb bald vorne in der Enge stecken. Nun griffen die Männer rasch und mutig zu. Sie warfen Zweige und dürres Laub auf den Kasten, zündeten es an und bald züngelten die Flammen hoch. Das Untier schlug wild um sich, bis es endlich im Rauchqualm erstickte. Als das Feuer verglost war, zogen sie dem Drachen den Schuppenpanzer ab. Den schleppten sie als Siegeszeichen in des Dorf. Die dankbaren Dorfbewohner ließen ihn an das Haus des Winzers nageln, der den erfolgreichen Plan ausgeheckt hatte. Dort blieb das Beutestück gar manches Jahr hängen und viele Leute zogen an dem Haus vorüber, um es zu bestaunen.
Der Tödlicher Denkstein
Als Heinrich Fasomirgott, der erste Herzog von Österreich ob und unter der Enns, seine Residenz vom Kahlenbergerschlosse nach Wien verlegte, waren an der neuerbauten Burg, die unfern des Jagdhauses Leopolds des Heiligen lag, die Bildnisse der Mäßigkeit mit einem kleinen Trinkgefäße und einem am linken Arme hängenden Zaume, die Beständigkeit mit einem Würfel in der Hand, auf eine Säule sich stützend, die Dankbarkeit mit einem Storche und einer Opferschale, die Barmherzigkeit, die Brot austeilte, und die Einigkeit mit einem Bündel Pfeile abgebildet zu sehen.

So sehr dieser junge blühende Fürst auch der Minne und dem ritterlichen Kampfspiele hold war und obige Bürgertugenden in seinem Staate heimisch machen wollte, so sehr war er den mutwilligen, bösartigen Zweikämpfen abhold, die sich ungeachtet strenger Ahndung häufig ereigneten. Die Brüder Pilgram und Luitpold von Töbiliche, die eine schöne Besitzung auf dem Vorhügel des nach dem Kahlenberge sich hinziehenden Waldgebirges hatten und wegen des Besitzes einiger Hufen Landes in einem Zweikampfe fielen, betrübten den Herzog dergestalt, daß auf seinen Befehl die Blutstätte dicht mit Steinen besäet werden mußte, damit kein Grashalm daselbst an das Licht der Sonne empordringen konnte, und da man des Nachts bald streitende Flammen darauf gesehen haben wollte, so vermied jedermann, sogar bei Tage, den Hohlweg, der von Oberdöbling nach Wien vorüberführte, zu betreten.
Nur ein Winzer von Unterdöbling, der eines Tages ein Glas Wein über den Durst getrunken hatte, wagte über die Leichtgläubigkeit der Menge zu spotten. Die anwesenden Gäste nannten ihn einen Großsprecher und wetteten, daß auch er es nicht wagen würde, ihnen des Nachts einige Steine von dem Hügel zu bringen. Der Trunkenbold nahm die Wette an und machte sich taumelnd auf den Weg. Der Mond schien so hell, daß er schon von ferne den Steinhügel erblickte. Je näher er aber demselben kam, desto deutlicher glaubte er die Steine in eitel Silber verwandelt zu sehen, und obwohl ihm etwas unheimlich zu werden anfing, war die Begierde nach einigen Silbersteinen doch größer und, mit zugedrückten Augen dem Hügel sich nähernd und mit beiden Händen die Taschen sich füllend, eilte er rascher, als er gekommen war, zur Trinkstube zurück.
Der eilige sichere Schritt, die früher vom Wein erhitzten, nun blassen Wangen überzeugten die Harrenden, daß er die Tat vollbracht habe, und als er ihnen die Verwandlung der Steine in Silber bekannt machte, schlugen sie sämtlich ein Kreuzzeichen, verwünschten aber im stillen ihre Furchtsamkeit. Er wollte sich nach Hause begeben; als sie aber in ihn drangen, die silbernen Steine vorzuzeigen, und er sie nun auf den Tisch legte und nur gemeine Steine zum Vorschein kamen, da brachen auch die Furchtsamsten in eine helle Lache aus. Nur der Winzer versicherte, daß der Böse abermals diese Verwandlung veranlaßt habe.
Den späten Enkeln diente es zur Lehre, daß die Habsucht gewöhnlich die Klugheit blendet, die Gegenwart mit Furcht und die Zukunft mit falschen Hoffnungen täuscht. Erst in späteren Zeiten ward es den Verwandten gestattet, die Steine hinwegzuräumen und den Gefallenen einen Denkstein mit zwei Kreuzen ohne Namenangabe zu setzen, der noch heutzutage an der Fahrstraße links nach Oberdöbling zu sehen ist.

Politik

Bezirksvorsteher seit 1945

Karl Mark (SPÖ) 4/1945 - 10/1945
Karl Schwendner (SPÖ) 10/1945 - 1960
Franz Opfermann (SPÖ) 1960 - 1965
Franz Weber (SPÖ) 1965 - 1975
Richard Stockinger (SPÖ) 1975 - 1978
Adolf Tiller (ÖVP) 1978 -

Bezirksvertretung: von den 46 Bezirksräten entfallen ab der letzten Wahl 2005 folgende Mandate auf die jeweiligen Parteien:

ÖVP 20
SPÖ 16
Grüne 6
FPÖ 4

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